Die Frucht

Die Açaí-Beere ist die Frucht der Açaí-Palme (Euterpe oleracea) die an Dolden, mit bis zu 1.000 Beeren, hauptsächlich im niederschlagsreichen Amazonasgebiet wächst. Die Beere ist ca. 1 bis 2 cm groß und sieht der Heidelbeere aufgrund ihrer dunkelvioletten Farbe zum Verwechseln ähnlich. Beide Beeren haben im frischen und unberührten Zustand einen gräulich matten Schleier auf der Oberfläche. Im Gegensatz zur Heidelbeere hat die Açaí-Beere jedoch einen Kern. Dieser ist nicht essbar und macht mit 90 Prozent den Hauptteil der Beere aus.

Die begehrten Inhaltsstoffe stecken überwiegend im Fruchtfleisch und in der Schale. Da die Açaí-Beeren nach der Ernte nach ca. 36 Stunden verderben, wird man außerhalb Südamerikas kaum frische Açaí-Beeren finden. Werden die Beeren nach der Ernte sofort tiefgefroren, bleiben die Inhaltsstoffe weitestgehend erhalten. In Brasilien ist die Açaí-Beere ein alltägliches Nahrungsmittel und für die Bewohner des Amazonasdeltas gilt die Beere sogar als Grundnahrungsmittel, das etwa 40 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmacht. Sie essen das dunkelviolette Püree bis zu dreimal täglich, gemischt mit Maniokkrümeln. Açaí wird als Beilage zu gebratenem Fisch oder Scampi serviert. Neben der Açaí-Beere werden außerdem die Herzen der Açaí-Palme als Gemüse verzehrt. Da die Palme mehrere Stämme hat, stirbt sie nach der Ernte der Palmherzen nicht ab.

Nachhaltiger Anbau

Während für die Avocado in Südafrika hektarweise Plantagen als endlose Monokultur-Wälder entstehen, werden unsere Açaí-Palmen im Amazonasbecken von einheimischen Kleinbauern nachhaltig angepflanzt. Açaí-Palmen wachsen auf den schlammigen Ufern des ufernahen Regenwaldes. Während der Regenzeit werden sie regelmäßig vom Amazonas und seinen Nebenflüssen überflutet. Für andere Nutzpflanzen ist der Grundwasserspiegel zu hoch, somit bleibt die ursprüngliche Natur erhalten. Bei den traditionellen Açaí-Anpflanzungen nutzen die Bauern für die Setzlinge lichte Stellen im Urwald. Dabei erhalten sie die meisten Bäume, denn diese ziehen Insekten an, die für die Bestäubung der Açaí-Palme notwendig sind. Mit ihren langen Wurzeln holen die Bäume Nährstoffe aus den tiefen Bodenschichten hoch, von denen auch die Palme profitiert. Weil Açaí unter Bedingungen wächst, die dem natürlichen Wald ähnlich sind, braucht sie weder Dünger noch Pestizide. Ein Naturprodukt.

Der Geschmack

Der Geschmack von purem Açaí-Püree ist anfangs ungewohnt, für manche gewöhnungsbedürftig. Das Püree schmeckt etwas herb, ein wenig nach frischem Kakao, ein wenig nach Avocado. Doch gemixt mit Bananen und mit Guaranáextrakt oder Agavendicksaft gesüßt, wird das Açaí-Püree zu einem unvergleichlichen Geschmackserlebnis.

Unsere Verantwortung

Unser tiefgefrorenes Açaí–Püree stammt direkt aus der Region um das Amazonas Delta im Norden Brasiliens. Die lokalen Communities ernten die Beeren und transportieren sie per Holzboot über die Wasserwege des Amazonas zu unserem Zulieferer. Alle unsere Produkte stammen aus nachhaltigen Quellen und wir kennen unsere Zulieferer persönlich. Diese verarbeiten die Beeren erntefrisch zu Püree und schicken es tiefgefroren direkt an uns. So bleibt das Püree frisch und die Wertschöpfungskette nachvollziehbar, fair und transparent. Damit stellen wir sicher, dass unsere Produkte für alle gut sind: Die Biodiversität des Regenwaldes, die Bauern und vor allem unsere Kunden.

Surfer brachten die Frucht nach Rio de Janeiro

Noch vor 20 Jahren war Açaí abseits des Amazonas so gut wie unbekannt. In den Neunzigerjahren brachten Surfer die Frucht nach Rio de Janeiro, wo sie innerhalb kurzer Zeit in den Fitnessstudios und Healthfood-Bars an der Copacabana und in Ipanema populär wurde. Ryan Black, ein bekannter Surfer war es, der die Zauberfrucht weiterverbreitete: Er machte nach seinem Uni-Abschluss Urlaub mit zwei Surfkumpeln in Rio. Zurück in Kalifornien gründeten die Freunde 1999 eine Firma, mit der sie Açaí importierten. Zunächst erreichten sie die junge, maskuline Extremsport-Gemeinde; Surfer, Skater, Snowboarder. Als die Unternehmer 2003 zum Sundance Film Festival eingeladen wurden, gelang ihnen der Durchbruch: Black mixte Açaí-Smoothies für Stars wie Jodie Foster und Mel Gibson, Hochglanzmagazine druckten die Bilder. Açaí stieg über Nacht zur Celebrity-Frucht auf. Als kurze Zeit später Oprah Winfrey in ihrer Talkshow Açaí lobte, gab es kein Halten mehr: Noch 2004 hatten die US-Amerikaner Açaí-Produkte für 3,8 Millionen Dollar gekauft, nur sechs Jahre später gaben sie mehr als 122 Millionen Dollar dafür aus.

Natürlichkeit und Authentizität: Açaí erfüllt Sehnsüchte

Açaí-Beeren sind nicht nur lecker, sondern bringen zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich. So bekam in den vergangenen Jahren der Siegeszug der Amazonasfrucht einen neuen Schub, am Ende vielleicht einen stärkeren als jemals zuvor. Gerade in den Großstädten sehnen sich die Menschen nicht nur nach Gesundheitswundern, sondern auch nach Natürlichkeit und nach Authentizität. Açaí erfüllt diese Sehnsüchte.